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Medizinische Aspekte

Wenn Sie noch nie auf einer Höhe über 2500 m waren, ist es schwer vorauszusagen, wie Ihr Körper reagieren wird. Manche Menschen bekommen Höhenkrankheit während andere nicht anfällig sind.

Bis zu einer Höhe von 2500 m besteht normalerweise keine Gefahr, aber man sollte grundsätzlich langsam gehen. Mit zunehmender Höhe verliert die Luft an Sauerstoff und Ihr Körper muss sich an die geänderten Verhältnisse anpassen. In einer Höhe von 3.600 m sind beispielsweise schon 40 % weniger Sauerstoffmoleküle in einem Atemzug vorhanden. Ein zu schneller Aufstieg kann somit eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff bedeuten und das Auftreten von Höhenkrankheiten begünstigen, die im Extremfall bis zum Tod führen können. Die Bergführer von TanazaniaJourneys sind sehr erfahren in diesem Bereich und es ist unbedingt notwendig, dass Sie ihnen alle auftretenden Symptome, die Sie an sich feststellen, sofort mitteilen und ihrem Rat und ihren Anweisungen unbedingt folgen.

Möglicherweise werden Sie sich ab einer Höhe von 3000 m nicht mehr hungrig fühlen, aber Sie sollten sich auf jeden Fall zwingen, etwas zu essen. Kohlenhydrate und Obst sind zu empfehlen, fettes Essen ist zu vermeiden, weil es zu schwer verdaulich ist. Trinken Sie viel – mindestens 3 Liter Flüssigkeit (Wasser oder Tee) täglich. Dehydrierung ist eine der häufigsten Ursachen, warum der Gipfel nicht erreicht werden kann. Kleiden Sie sich in „Lagen“, so dass Sie das eine oder andere Kleidungsstück ausziehen können, bevor Sie zu sehr schwitzen und so zu viel Wasser verlieren.

Akute Höhenkrankheit (AMS) ist weit verbreitet ab Höhen von 3000 m; viele Menschen verspüren leichte Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und ein Anschwellen von Händen und Füßen. Diese Symptome tendieren dazu sich nachts noch etwas zu verstärken. Man kann sie abmildern, indem man den Aufstieg um einen Akklimatisationstag verlängert, ausreichend isst und trinkt und sich nicht überanstrengt. Indem Sie langsam und stetig gehen (pole pole) werden Sie weniger schnell ermüden. Solange die Symptome der Höhenkrankheit nur leicht und allenfalls eine Belästigung sind, können Sie den Aufstieg in langsamem Tempo fortsetzen.

An dieser Stelle möchten wir noch mal unsere Aufforderung wiederholen, alle auftretenden Symptome sofort Ihrem Bergführer zu melden. Wenn die Symptome sich verstärken und z.B. Kopfschmerzen auch nach Einnahme von Schmerzmitteln nicht aufhören, die Übelkeit so stark wird, dass Sie sich übergeben müssen, Sie Schwächeanfälle erleiden oder Koordinationsschwierigkeiten bekommen, beginnen Sie bitte sofort mit dem Abstieg! Nach etwa 500 m Höhenverlust wird Ihr Körper beginnen, sich zu erholen. Besonders gefährlich ist es, mit ernsten Höhenkrankheitsproblemen einzuschlafen, im Zweifel sollten Sie zum Schlafen lieber einen Abstieg von mindestens 500 m machen.

Schwere AMS erhöht zusätzlich die Unfähigkeit zu Laufen, führt zu Verwirrung und einer Ansammlung von Wasser in der Lunge. Ein sofortiger Abstieg und Abbruch der Wanderung ist erforderlich!

Höhenbedingte Lungenoedeme (HAPE) und höhenbedingte Gehirnoedeme (HACE) können ebenfalls tödlich wirken, wenn Sie bei den ersten Symptomen nicht sofort absteigen.

HAPE tritt auf als Resultat des Eindringens von Wasser in die Lunge, wodurch ein effektiver Sauerstoffaustausch verhindert wird. Bei Fortschreiten der Krankheit vermindert sich der Sauerstoffanteil im Blut so sehr, dass die Gehirnfunktion aussetzt, was letztlich zum Tode führt. Symptome sind Kurzatmigkeit auch während der Wanderpausen, Husten von Eiter oder gar Blut, Beklemmungsgefühle in der Brust, außerordentliche Müdigkeit und unbegründete Atemlosigkeit im Vergleich zu den übrigen Wanderern. In diesem Fall ist der sofortige Abstieg lebenserhaltend und ein anschließender Klinikaufenthalt mit Nachsorgung unentbehrlich.

HACE resultiert aus dem Anschwellen des Gehirngewebes aufgrund des Eindringens von Wasser. Symptome sind starke Kopfschmerzen, Koordinationsverlust, Schwäche, schleichender Verlust des Bewusstseins einschl. Desorientierung, Gedächtnisverlust, Halluzinationen, psychotischem Verhalten und Coma. HACE tritt normalerweise erst nach mehr als einer Woche Aufenthalt in sehr großen Höhen auf. Schwere Fälle können ebenfalls zum Tode führen, wenn Sie nicht rasch behandelt werden. Bei Auftreten dieser Krankheit ist der sofortige Abstieg lebenserhaltend und ein anschließender Klinikaufenthalt mit Nachsorgung unentbehrlich.

Ein weitere gelegentlich auftretende Höhenkrankheit ist Hypothermia. Sie ist ein Abfall der Körpertemperatur, der auf eine Kombination von Kälte und Nässe zurückzuführen ist. In leichten Fälle erlebt man lediglich ein unkontrollierbares Zittern, dem man entgegenwirken kann, indem man sich warm und trocken anzieht und sich in seinen Schlafsack legt. Schwere Fälle können wiederum tödlich enden. Die Symptome sind Desorientierung, Lethargie, Konfusion (inkl. einem täuschenden Gefühl von Wärme und Behaglichkeit) und Koma. In solchen Fällen muss sofort ein Rettungsteam benachrichtigt werden.

 

 

Flying Doctors Notfallservice

 

Wenn Sie eine Reise nach Ostafrika inklusive einer Bergtour planen und in einem medizinischen Notfall von den AMREF Flying Doctors evakuiert werden möchten, dann empfehlen wir Ihnen eine AMREF Flying Doctors Touristenmitgliedschaft abzuschließen. Außerdem unterstützen Sie mit Ihrer Mitgliedschaft die Clinical Outreach Programme von AMREF.

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